Forellenangeln: So fängst du Forellen am Teich und im Bach
Zum Forellenangeln brauchst du eine Spinnrute mit 2 bis 20 Gramm Wurfgewicht und dazu eine kleine Stationärrolle mit dünner monofiler Schnur. Am Forellensee fischst du mit Sbirolino oder Schwimmer und Ködern wie Teig oder Bienenmade. Den Forellenbach gehst du mit Kunstködern stromauf ab. Die beste Zeit zum Forellenangeln ist früh morgens und spät abends, bei Wassertemperaturen um 8 bis 16 °C.
Aktualisiert: November 2026

Forellen sind vorsichtig und flink. In der besetzten Anlage fischst du anders als am naturbelassenen Wildgewässer, und beides hat seinen Reiz. Wir zeigen dir, welche Technik wohin passt und welche Vorschriften du kennen solltest. Dazu kommen Tipps und Tricks zu Tageszeit und Wetter.
Forellenteich oder Bach: zwei Arten, Forellen zu angeln
Wer Forellen angeln will, hat grundsätzlich die Wahl zwischen zwei Arten von Gewässer. Am Forellenteich setzt der Betreiber regelmäßig Besatzfische ein. Solche Anlagen heißen auch Put & Take, weil eingesetzt und wieder herausgefangen wird. Du kaufst eine Tageskarte, die Forellen sind da, und es geht vor allem um die richtige Montage. Im Fließgewässer angelst du dagegen auf Wildfische. Die bemerken jeden schweren Schritt am Ufer.
| Forellenteich | Fließgewässer | |
|---|---|---|
| Typische Art | Regenbogenforelle, dazu Saibling | Bachforelle, teils Regenbogenforelle |
| Erlaubnis | Tageskarte des Betreibers | Fischereischein plus Erlaubnisschein |
| Typische Technik | Sbirolino, Schwimmer, Grundmontage, Spoon | Spinnfischen, Fliegenfischen |
| Fangregeln | Regeln des Betreibers | gesetzlich, meist Herbst bis Frühjahr |
| Anspruch | gut für Anfänger | Erfahrung und Geduld nötig |
Die Forellenarten kurz erklärt
Die Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss) stammt ursprünglich aus Nordamerika. Sie wächst zügig, verträgt etwas wärmeres Wasser und ist deshalb der Standardfisch in stehenden Gewässern mit Besatz. Sie beißt gieriger als ihre heimische Verwandte. Für Anfänger ist das ein Vorteil.
Die Bachforelle (Salmo trutta fario) ist bei uns heimisch. Sie braucht kühles Wasser mit viel Sauerstoff und lebt in sauberen Bergbächen und Flüssen. Sie ist besonders scheu und standorttreu. Typische Plätze sind Gumpen, die Strömungskante hinter Steinen und unterspülte Ufer, wo sie wenig Kraft braucht und das Futter zu ihr treibt. Wer das Verhalten der Forellen kennt, findet diese Stellen auch an einem fremden Wasser.
Der Saibling wird in vielen Anlagen mitbesetzt. Bachsaibling und Elsässer Saibling (eine Kreuzung aus Bachsaibling und Seesaibling) angelst du genauso wie die Forelle.
Die richtige Ausrüstung zum Forellenangeln
Für den Einstieg musst du nicht viel Geld ausgeben. Das Gerät sollte aber zusammenpassen. Eine dicke Schnur sehen Forellen in klaren Gewässern sofort. Mit einer zu steifen Angelrute verlierst du im Drill viele Fische.
- Rute: Für Kunstköder reicht eine leichte Spinnrute mit 1,80 bis 2,40 m und 2 bis 15 Gramm Wurfgewicht. Unter Bäumen am Bachufer sind kürzere Modelle handlicher. Für den Sbirolino am See eignen sich längere Ruten von 3 bis 4 m mit bis zu 30 Gramm Wurfgewicht.
- Rolle: Eine Stationärrolle in Größe 1000 bis 2500 mit fein einstellbarer Bremse.
- Schnur: Monofile Angelschnur mit 0,16 bis 0,20 mm als Hauptschnur, das Vorfach mit 0,12 bis 0,16 mm eine Stufe dünner. Wer geflochtene Hauptschnur fischt, setzt ein Fluorocarbon-Vorfach davor.
- Haken: Kleine, dünndrähtige Einzelhaken in Größe 10 bis 16 für Made und Teig.
- Kescher: Ein gummierter Forellenkescher schont die Schleimhaut. Für die Anlage mit Teleskopstiel, beim Waten als kurzer Watkescher.
- Extras für Wildwasser: Eine Polarisationsbrille zeigt dir Forellen und Steine unter der Oberfläche. Für Stellen, die du nur aus dem Wasser erreichst, brauchst du eine Wathose.
Methoden im Vergleich: welche Montage wohin passt
Am Forellensee entscheidet oft die Montage, ob du erfolgreich bist. Steht die Forelle tief, bringt ein Schwimmer an der Oberfläche wenig. Zieht sie im Freiwasser umher, ist der Sbirolino besonders effektiv. Die Tabelle zeigt, welche Technik wo am meisten bringt.
| Technik | Einsatzort | Jahreszeit | Köder |
|---|---|---|---|
| Sbirolino | Forellenteich, größere Seen | ganzjährig, im Winter sinkend und langsam | Teig, Bienenmade, Streamer |
| Pose und Tremarella | Forellenanlage | ganzjährig | Bienenmade, Made, Teig |
| Grundmontage mit Auftrieb | Anlage und See | Sommer und Winter, wenn Forellen tief stehen | Teig, Bienenmade |
| Spoon | Trout Area | ganzjährig | Spoon 1,5 bis 3 Gramm |
| Spinner | Fließgewässer, auch See | Frühjahr bis Herbst | Größe 0 bis 2 |
| Fliegenfischen | Fluss, Fliegenstrecken | Frühjahr bis Herbst | Trockenfliege, Nymphe, Streamer |
Sbirolino
Der Sbirolino ist ein schlanker Wurfschwimmer. Es gibt ihn schwimmend und in sinkenden Ausführungen. Dahinter folgt ein langes Vorfach von 1,5 bis 3 m mit dem Köder. Du wirfst weit aus und holst alles langsam ein. Der Köder folgt dabei jeder Bewegung des Sbirolinos. So deckst du viel Wasserfläche ab und findest Fische, die umherziehen. Mit der sinkenden Variante erreichst du tiefere Wasserschichten.
Pose und Tremarella
Die klassische Posenmontage ist der einfachste Einstieg. Stell die richtige Tiefe so ein, dass der Köder etwa einen halben Meter über Grund schwebt. Bei der Tremarella zitterst du den Schwimmer mit der Rutenspitze langsam heran. Durch diese Bewegung tanzt der Köder auf und ab. Das reizt die Forellen auch an trägen Tagen.
Grundmontage mit Auftrieb
Teig und Bienenmaden treiben auf. Mit einem Laufblei und einem Vorfach von 30 bis 80 cm schwebt der Köder über dem Grund, genau in der Höhe, in der die Forellen im Hochsommer und im Winter stehen. Die Angel legst du ab und beobachtest die Spitze. Jeder Biss zeigt sich als feines Zupfen. Gerade im Hochsommer fischst du so effektiv.
Spinnfischen mit Spoon oder Spinner
In der Trout Area fischt man Blechlöffel, sogenannte Spoons, von 1,5 bis 3 Gramm an ultraleichtem Gerät. Am Bach ist der Spinner der Klassiker. Wirf schräg stromauf und führe ihn knapp flotter als die Strömung. In starker Strömung darf das Modell etwas schwerer sein. Bei klarem Wasser nimmst du Silber, bei trübem Wasser fällt Gelb oder Rot besser auf.
Fliegenfischen
Im Fließwasser hat das Fliegenfischen die älteste Tradition. An manchen Strecken ist es sogar die einzige erlaubte Technik. Du brauchst dafür eine Fliegenrute mit passender Fliegenschnur und einiges an Übung beim Werfen. Nebenbei lernt man das Angeln mit der Fliege nicht. Für den Anfang lohnt sich ein Wurfkurs.

Die wichtigsten Methoden zum Forellenangeln auf einen Blick.
Die besten Köder für Forellen
Beim Angeln am Forellensee sind Forellenteig in verschiedenen Farben und die Bienenmade die beliebtesten natürlichen Köder. Der Teig lässt sich formen und schwimmt auf, die Larve zappelt am Haken. Würmer und Maden sind an vielen Wildgewässern verboten, dort greifen Angler zu künstlichen Ködern wie Wobbler oder Fliege. Wo die Gewässerordnung natürliche Köder wie Würmer zulässt, bringt auch ein Tauwurm Bisse, der mit der Strömung treibt. Naturköder werden außerdem oft tief geschluckt. Bei untermaßigen Forellen ist das ein Problem. Welche Farbe bei Sonne oder Trübung fängt und wie du Teig und Made richtig anköderst, steht in unserem Ratgeber zu Forellenködern.
Tageszeit, Wetter und Bedingungen
Forellen sind in den frühen Morgenstunden und am Abend besonders aktiv. Wer im Sommer Forellen angeln will, sollte schon vor 7 Uhr am Wasser sein. Bedeckter Himmel, etwas Wind und ein wenig Wellengang sind gute Bedingungen. Nach einem Regen ist der Forellenbach oft eingetrübt. Dann sind die Forellen weniger misstrauisch, und du kommst näher heran.
Ihre Wohlfühltemperatur liegt etwa zwischen 8 und 16 °C. In diesem Bereich sind Forellen aktiver und beißen öfter. Flache Teiche, in denen sich das Wasser schneller erwärmt, werden im Juli und August schnell zu warm. Steigt die Wassertemperatur über 20 °C, ziehen sich die Forellen in kühlere Bereiche zurück und fressen wenig. Dann fischst du am See tiefer und im Fluss an schattigen Stellen mit flotter Strömung. Während der Mittagshitze kannst du die Rute auch ruhig einpacken.

Am Forellensee deckt der Sbirolino viel Wasserfläche ab.
Fischschonung und waidgerechtes Töten
Ob du den Fang mitnimmst oder zurücksetzt, entscheidest du direkt nach dem Keschern. Für Exemplare, die zurück müssen, gilt: nasse Hände, Haken im Wasser lösen, Abhakmatte statt Steine. Ein angedrückter Widerhaken lässt sich leichter lösen und verletzt weniger. Das ist auch bei kleinen Fischen wichtig, die das Schonmaß noch nicht erreicht haben.
Eine Forelle, die du verwerten willst, musst du sofort töten. Das Tierschutzrecht schreibt in § 12 der Tierschutz-Schlachtverordnung vor, dass ein Fisch unmittelbar vor dem Töten betäubt wird. In der Praxis betäubst du die Forelle mit einem kräftigen Schlag auf den Hinterkopf und tötest sie direkt danach mit einem Herzstich oder Kiemenschnitt. Die Handgriffe übst du im Vorbereitungskurs zur Fischerprüfung, dort gehören sie zum Pflichtstoff.
Schonzeit und Mindestmaß der Bachforelle
Schonzeiten und Mindestmaße legen in Deutschland die Bundesländer fest. In Bayern gilt laut Anlage zur Ausführungsverordnung zum Bayerischen Fischereigesetz für die Bachforelle ein Schonmaß von 26 cm und eine Schonzeit vom 1. Oktober bis 15. März. Für die Regenbogenforelle sind es dort ebenfalls 26 cm, geschont vom 15. Dezember bis 15. März. Andere Länder haben eigene Werte, und viele Vereine verschärfen sie für ihre Gewässer. Schau deshalb vor dem ersten Wurf in die Landesverordnung und in deinen Erlaubnisschein.
Kommerzielle Anlagen haben eigene Regeln. Der Betreiber legt etwa fest, wie viele Tiere du pro Karte mitnehmen darfst, welche Köder erlaubt sind und ob du zurücksetzen darfst. Oft gilt eine Entnahmepflicht.
Fischereischein und Gastkarte
Zum Angeln an den meisten Gewässern brauchst du einen Fischereischein, den du nach bestandener Fischerprüfung bei der Gemeinde oder Behörde beantragst. Dazu kommt ein Erlaubnisschein für das konkrete Gewässer, etwa eine Gastkarte vom Verein. Einige Länder bieten einen befristeten Touristenfischereischein ohne Prüfung an. Ob am privaten Forellenteich die Tageskarte reicht, regelt jedes Bundesland selbst. Frag vorher beim Betreiber nach.
Häufige Fragen zum Forellenangeln
Welcher Köder ist der beste für Forellen?
Im Teich fangen Forellenteig und Bienenmade sehr zuverlässig. In Fließgewässern sind kleine Spinner und Wobbler die erste Wahl. Große Forellen nehmen auch einen etwas größeren Wobbler.
Welche Montage ist für Anfänger am Forellensee geeignet?
Die einfache Posenmontage. Sie ist schnell gebaut, und du siehst jeden Biss. Wenn das klappt, probierst du den Sbirolino.
Wann beißen Forellen am besten?
Früh morgens und abends, bei bedecktem Himmel und Wassertemperaturen zwischen etwa 8 und 16 °C. Erfahrene Angler gehen gern nach einem Regenschauer los.
Brauche ich für den Forellensee einen Angelschein?
Ob du zum Angeln an einer Forellenanlage einen Schein brauchst, hängt vom Bundesland ab. Manche Anlagen verlangen nur eine Tageskarte, andere den Fischereischein.
Wo stehen Forellen im Bach?
In Gumpen, hinter Steinen, an Strömungskanten und unter überhängenden Ufern. Dort sparen sie Kraft und bekommen Futter.