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Sbirolino: Montage, Typen und Führung für Forellen

Ein Sbirolino ist ein schlanker Wurfschwimmer aus Kunststoff, mit dem du leichte Köder wie Made, Teig oder Fliege weit werfen kannst. Die Montage ist einfach: Die Schnur läuft durch den Körper, dahinter folgen Gummiperle, Wirbel und ein Vorfach von 1,5 bis 3 m mit Haken. Schwimmende Modelle fischen knapp unter der Oberfläche, die anderen Typen im Mittelwasser oder am Grund. Eingeholt wird langsam, mit Pausen.

Aktualisiert: November 2026

Angler wirft am frühen Morgen eine lange Sbirolino-Rute über einem nebligen Forellensee aus

In Italien heißt der Wurfschwimmer auch Bombarde, bei uns hat sich der Begriff Sbirolino durchgesetzt. Am Forellensee gehört er längst zur Grundausstattung. Warum? Eine Made an der normalen Pose bringst du nur ein paar Meter hinaus, und genau dort haben die Forellen den Uferbereich meist schon leergeräumt. Mit 15 oder 20 g Wurfgewicht im Sbirolino erreichst du das Freiwasser, in dem die Fische umherziehen. Welchen Platz die Methode beim Forellenangeln insgesamt hat, haben wir an anderer Stelle beschrieben. Hier geht es um die Montage und ihre Führung. Pose, Grundblei und Feeder findest du in unserer Übersicht der Angelmontagen.

Welcher Sbirolino für welche Tiefe?

Die Typen unterscheiden sich vor allem im Sinkverhalten. Das Gewicht sagt darüber wenig aus: Die Lauftiefe ist unabhängig vom Gesamtgewicht, ein schwimmender Sbirolino mit 25 g bleibt oben, ein schnell sinkendes Modell mit 10 g geht dagegen zügig nach unten. Der Unterschied steckt im Material und in der Bauform. Achte deshalb auf die Angabe des Herstellers, die meist auf dem Körper oder der Packung steht.

Typ Wasserschicht Typische Situation Gewicht
Schwimmend Oberfläche bis etwa 1 m Sommer, Forellen steigen, morgens und abends 5 bis 30 g
Langsam sinkend Mittelwasser Allrounder für Frühjahr und Herbst, Fische suchen 5 bis 30 g
Schnell sinkend grundnah, große Seen Winter, Hochsommer, Forellen stehen tief 10 bis 40 g
Wasserkugel obere Schicht, mit mehr Füllung tiefer kleine Teiche, Würfe in Ufernähe, vorsichtige Fische leicht, je nach Füllung

Für die meisten Forellenanlagen reichen 10 bis 20 g. Schwerere Varianten ab 25 g brauchst du an großen Seen, bei Gegenwind oder an der Küste beim Fischen auf Meerforelle, wo die Fische oft weit draußen ziehen. Die Wasserkugel ist die günstige Variante für den Nahbereich. Du füllst sie mit Wasser und bestimmst so selbst, wie schwer sie wird.

Schwimmende Sbirolinos verwenden wir im Sommer, wenn Insekten auf dem Wasser treiben. Sinkende Sbirolinos sind die richtige Wahl, sobald die Fische absteigen. Wer nur einen Typ kaufen will, nimmt einen langsam sinkenden Sbirolino mit 15 g. Mit ihm deckst du von oben bis zum Grund alles ab. Du musst nur zählen.

Drei schlanke Sbirolinos und eine Wasserkugel mit Wirbeln und Gummiperlen auf einem Holzsteg

Schwimmend, langsam sinkend, schnell sinkend und die Wasserkugel im Vergleich.

Sbirolino-Montage Schritt für Schritt

Die Montage besteht aus fünf Teilen. Wir binden sie in dieser Reihenfolge:

  1. Hauptschnur: monofile Schnur mit 0,18 bis 0,20 mm. Sie ist dehnbar und puffert Fluchten der Forelle ab. Mehr zu Stärken und Material findest du bei unserer Angelschnur.
  2. Sbirolino auffädeln: Schieb den Sbirolino auf die Hauptschnur. Das dünne Röhrchen zeigt zur Rutenspitze, der dicke Körper nach vorn zum Vorfach. So fliegt er stabil mit dem Gewicht voran.
  3. Gummiperle: Sie schützt den Knoten vor dem harten Kunststoff des Körpers.
  4. Wirbel: Ein Dreifachwirbel dahinter verhindert Schnurdrall. Dazu weiter unten mehr.
  5. Vorfach und Haken: 1,5 bis 3 m Fluorocarbon oder Mono mit 0,14 bis 0,16 mm, daran ein dünndrähtiger Einzelhaken der Größe 10 bis 14.

Für die richtige Länge in Metern gilt eine Faustregel: Je größer der Sbirolino, desto länger das Vorfach. Ein dicker Körper verursacht beim Einholen Druckwellen, und die Forelle soll den Happen erst mit Abstand sehen. Für ein Modell mit 5 bis 10 g reichen etwa 1,5 m. Bei einem 30 Gramm schweren Sbirolino nimmst du eher ein 2,5 Meter langes Vorfach. In klarem Wasser und bei scheuen Forellen gehst du bis 3 m, bei Trübung kannst du ein kürzeres Vorfach verwenden.

Infografik: Sbirolino-Montage in fünf Schritten von der Hauptschnur über Sbirolino, Gummiperle und Dreifachwirbel bis zu Vorfach und Haken

Aufbau der Sbirolino-Montage auf einen Blick.

Ein Tipp zum Auswerfen: Bremse die Schnur kurz vor dem Aufprall mit dem Finger an der Spule ab. Dann streckt sich die Vorschnur, und der Happen landet hinter dem Körper statt in einem Knäuel daneben.

Welche Köder passen?

Beim Fischen mit dem Sbirolino funktionieren fast alle Forellenköder, solange sie nicht zu schwer sind. Welche Sorte und welche Farben wann besser laufen, hängt stark vom Tag ab. Eine ausführliche Übersicht gibt es in unserem Ratgeber zu Forellenködern.

  • Forellenteig: treibt auf und schwebt so über dem Grund. Forme ihn rund oder als kleine Spindel, damit er beim Einholen nicht rotiert.
  • Bienenmade: der Klassiker. Zieh zwei bis drei Bienenmaden auf und stich sie vorsichtig an, damit sie nicht auslaufen.
  • Mehlwurm: fester als die Made und hält auch nach mehreren Würfen.
  • Spoon, Streamer und Fliege: ein kleiner Spoon mit 1 bis 2 g oder eine Nassfliege. Sie haben den Vorteil, dass du sie direkt aus der Box nimmst und nichts nachködern musst. An der Küste ist die Fliege am Sbirolino eine bewährte Methode auf Meerforelle.

Bei den Farben gilt dasselbe wie beim Spinnfischen: an hellen Tagen natürlich und dezent, bei trübem Wasser kräftig in Orange, Gelb oder Pink.

Führung: langsam, mit Pausen

Nach dem Auswerfen lässt du die Montage erst absinken und zählst einfach mit: 5, 10, 15 Sekunden. Kommt der Biss nach etwa 10 Sekunden, weißt du, in welcher Tiefe die Forellen stehen, und zählst beim nächsten Mal wieder bis dahin.

Die richtige Einholgeschwindigkeit entscheidet beim Angeln auf Forellen am meisten. Der Sbirolino läuft dabei ruhig vorweg, der Köder folgt direkt in seiner Spur. Grundsätzlich gilt: so langsam, dass du gerade noch Kontakt zum Köder hast. Bewährt hat sich der Spinnstopp: etwa 10 m einkurbeln, dann eine kurze Pause von 3 bis 4 Sekunden. In der Pause taumelt der Happen ganz natürlich ab, und genau dann kommen viele Bisse. Stehen die Forellen träge am Platz, hilft Twitchen, also kurze Zupfer mit der Rutenspitze. Der Happen springt dabei ein Stück nach vorn und sinkt wieder zurück.

Bei einem Zupfer schlägst du nicht sofort an. Kurbel ruhig weiter, bis du deutlichen Widerstand spürst. Die Dehnung der Mono schluckt einen harten Anhieb ohnehin weitgehend.

Rute und Stationärrolle für den Sbirolino

Wer mit dem Sbirolino fischen will, braucht für weite Würfe mit 2 bis 3 m Vorfach eine lange, weiche Rute. Üblich sind 3 bis 4 m mit einem Wurfgewicht bis etwa 30 g, an großen Seen auch bis 40 g. Je länger die Rute, desto sauberer streckt sich die Montage beim Wurf. Eine handliche Spinnrute mit 2,40 m reicht deshalb nur für kleine Sbirolinos im Nahbereich.

Passend ist eine Stationärrolle der Größe 2500 bis 3000 mit flacher, breiter Spule. Auf ihr liegt die Mono in flachen Windungen, beim Auswerfen läuft sie mit wenig Reibung ab. Wichtig ist eine fein einstellbare Bremse, denn Forellen schlagen im Drill gern vor dem Ufer noch einmal aus. Zum Landen nimmst du einen Forellenkescher mit Teleskopstiel.

Typische Fehler und wie du sie vermeidest

Fast jeder Ärger beim Angeln mit dem Sbirolino geht auf wenige Fehler zurück, die viele Angler kennen. Der häufigste ist der Verdrall: Rotierende Köder drehen sich beim Einholen um die eigene Achse, und das Vorfach kringelt sich nach einer Stunde wie ein Telefonkabel.

  • Ohne guten Wirbel überträgt sich jede Drehung des Köders bis auf die Spule. Ein Wirbel mit drei Ösen oder ein Kugellagerwirbel kostet ein paar Cent mehr und spart viel Ärger.
  • Schief angestochene Maden und unförmiger Teig drehen sich wie ein Propeller. Zieh den Köder gerade auf.
  • Eine Vorschnur vom letzten Wochenende ist oft schon verdrallt. Wir erneuern sie nach jedem Angeltag.
  • Wirfst du ungebremst, verheddert sich alles. Vor dem Aufprall abbremsen.
  • Ein falsch herum aufgefädelter Sbirolino überschlägt sich im Flug. Das Röhrchen zeigt immer zur Spitze.
  • Holst du zu schnell ein, läuft der Köder zu hoch. Langsamer kurbeln und Pausen einlegen.

Unsere Empfehlung: Pack fünf fertig gebundene Vorfächer in eine Vorfachtasche. Ist eins verdrallt, tauschst du es in einer Minute aus.

Häufige Fragen zum Sbirolino

Wie lang muss das Vorfach beim Sbirolino sein?

Zwischen 1,5 und 3 m. Sbirolinos bis 10 g und trübe Seen kommen mit 1,5 m aus. Schwere Modelle und klare Gewässer brauchen mehr Abstand zum Köder.

Was ist der Unterschied zwischen schwimmendem und sinkendem Sbirolino?

Der schwimmende bleibt oben, der Köder läuft knapp darunter durchs Wasser. Der sinkende geht nach dem Wurf ab, mit ihm fischst du im Mittelwasser oder in Grundnähe.

Brauche ich für das Angeln mit Sbirolino einen Fischereischein?

An Forellenanlagen gilt die Platzordnung des Betreibers, viele verlangen nur eine Tageskarte. An freien Gewässern brauchst du grundsätzlich einen gültigen Fischereischein. Ausnahmen gibt es laut einer Übersicht des Deutschen Angelfischerverbands nur in Brandenburg und Niedersachsen, und auch dort mit Einschränkungen. Die Regeln legt jedes Bundesland selbst fest, frag im Zweifel bei deiner Fischereibehörde nach.

Welche Schnur für die Sbirolino-Montage?

Auf die Rolle gehört Mono mit 0,18 bis 0,20 mm, dazu ein dünneres Vorfach mit 0,14 bis 0,16 mm. Geflecht geht auch, verheddert sich mit langer Vorschnur aber eher.

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