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Multirolle – Die ideale Ergänzung für Angel-Experten…

… und solcher, die es werden wollen! Denn mit der Multirolle stehst Du im direkten Kontakt mit dem gehakten Fisch. Deshalb kannst Du Aktion und Reaktion unmittelbar aufeinander abstimmen.

Aber der Umgang mit der Multirolle will gelernt sein. Für einige Angler steht das Wort „Perücke“ im unmittelbaren Zusammenhang mit dieser Angelrolle. Warum dies so ist und weshalb Du nicht davor zurückschrecken solltest eine Multirolle zu kaufen, erklären wir Dir in diesem Artikel. Abgesehen von allgemeinen Informationen zur Multirolle beschreiben wir auch deren Aufbau. Entsprechend erfährst Du Details zur Funktionsweise. Aber auch die Einsatzgebiete und wichtige Hinweise zum Kauf kommen bei uns nicht zu kurz.

Die Multirolle – eine Begriffsklärung

Wie so oft steht die Vorsilbe „Multi“ für eine Abkürzung. Mit anderen Worten, die korrekte Bezeichnung der Multirolle lautet Multiplikatorrolle. Diese Bezeichnung kommt von der Art der Schnuraufwicklung. Die Rollenachse steht quer zur Angelrute und dreht sich beim Wickeln mit. Dabei verläuft die Angelschnur parallel zur Angelrute. Du wickelst sie im Einsatz am Wasser direkt auf oder ab. Hier findest Du den Gegensatz zur Stationärrolle, bei der die Spule parallel zur Rute steht. Entsprechend benötigst Du ein Schnurlaufröllchen, das die Angelschnur umlenkt. Derlei Sonderzubehör fällt bei der Multirolle komplett weg. Somit wickelst Du Deine Angelschnur mit der Multirolle direkt auf. Und zwar geht das Aufwickeln besonders schnell. Denn mit einer Drehung der Handkurbel dreht sich die Rolle gleich mehrere Male. Je nach der Größe der Übersetzung.

Die Ausführung der Multirollen fällt sehr stabil und robust aus. Schließlich kommen sie ursprünglich aus der Meeresangelei. Und dort kämpfst Du häufig mit besonders großen Fischen. Mittlerweile findest Du aber auch kleinere und leichtere Multirollen für den Gebrauch im Landesinnern. Diese nennen sich jedoch Baitcastrollen. Multirollen kommen ursprünglich aus England. Gerade in Amerika wird häufig mit Multirollen geangelt. Jedoch findet dieser Rollentyp auch in Europa immer mehr Anhänger.

Equipment-Empfehlung für die Reise nach Norwegen

Eine gute Kombination aus Rute und Rolle ist in jedem Bereich wichtig. Insbesondere aber wenn es auf eine Angelreise geht. Dann ist zusätzlich eine Reiserute empfehlenswert. Denn durch eine Transportlänge von unter 70 cm muss kein Sondergepäck aufgegeben werden, wenn man mit dem Flugzeug fliegt. Auch in kleinen Autos sind Reiseruten sehr praktisch. Ein Kombi mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis gibt es bspw. von Cormoran:

Den Umgang mit diesem Set und eine kurze Erklärung sehr ihr im nachfolgenden Video:

Der Aufbau der Multirolle

Im Grunde genommen besteht die Multirolle aus einer zentralen Spule, die Du mithilfe eines Rollenfußes auf der entsprechenden Rute befestigst. Mit der Kurbel sorgst Du dafür, dass sich die Rolle dreht und die Schnur sich auf- oder abwickelt. Damit sich die Schnur ordentlich auf die Rolle wickelt, gibt es eine Schnurführung, eine Zentrierung für die Schnurführung sowie eine Achsenregulierung. Der Schnurfreilauf ermöglicht flüchtenden Fischen das Mitführen der Schnur samt Angelhaken. Darüber hinaus gibt es noch eine Knarre. Wenn Du vom Boot aus angelst (zum Beispiel Schleppangeln), kannst Du durchaus den Freilauf aktivieren. Schaltest Du noch die Knarre zu, ertönt ein ratschendes Geräusch, sobald Dein Fang Schnur fordert.

Die Bremssysteme der Multirolle

Wie bereits beschrieben liegt der große Vorteil der Multirolle in der Leichtigkeit und dem direkten Kontakt zur Angelschnur. Damit Du die Angelschnur trotzdem kontrolliert auswerfen und einholen kannst verfügt die Multirolle über drei, besser gesagt vier, Bremssysteme.

Die Sternbremse

Die Sternbremse befindet sich an der Multirolle direkt neben dem Kurbelsteg. Dadurch kannst Du sie gut erreichen. Und beim Drill kannst Du schön damit spielen. Übrigens stellst Du die Bremskraft vor dem Auswerfen Deines Köders ein. Ähnlich wie die Heck- oder Frontbremse der Stationärrolle. Zusätzlich kannst Du noch die Bremse Nummer vier wirken lassen: den Daumen.

Die Fliehkraft- oder Magnet-Bremse

Du wirst feststellen, dass Deine Multirolle entweder eine Fliehkraft-Bremse oder eine Magnet-Bremse besitzt. Diese Bremse verhindert, dass sich beim Auswerfen zu schnell zu viel Angelschnur abwickelt. Denn in diesem Fall kommt es zu den gefürchteten Perücken. Beim Einstellen dieser Bremsen sind Übung und Fingerspitzengefühl gefragt. Allerdings sind dies Eigenschaften, die jeder Angler benötigt. Aus diesem Grund darfst Du davon ausgehen, dass das Einstellen bald wie von selbst gelingt.

Der Achsendruck oder die Spulenbremse

Mit diesen beiden Bezeichnungen benennen Angler denselben Mechanismus. Und zwar befindet sich an der Außenseite des Rollengehäuses ein Regelknopf. Damit stellst Du ein, wie schnell sich die Spule beim Abwickeln drehen kann. Für Anfänger empfehlen die Hersteller eine etwas festere Einstellung des Achsendrucks. Darüber hinaus passt Du die Bremskraft an das Gewicht Deines Köders an. Wenn Dein Köder bei eingestellter Bremskraft gemächlich absinkt, kannst Du Deine Angelschnur beruhigt ins Wasser lassen.

Der Daumen

Je geübter und routinierter Du mit der Multirolle an den Start gehst, desto weniger bist Du auf die korrekte Einstellung der Bremstechniken angewiesen. Denn mit einem intuitiv mitbremsenden Daumen bist Du in jedem Fall reaktionsfreudiger als mit den statisch eingestellten Bremssystemen. Der Daumen unterstützt die Multirolle sowohl beim Auswerfen als auch beim Absinken des Köders und im Drill.

Einsatzmöglichkeiten für die Multirolle

Die handelsübliche Multirolle setzt Du in den überwiegenden Fällen für das Meeresangeln ein. Auch für das Bootsangeln bewährte sie sich. Die massive Ausführung und die aufeinander abgestimmten Bremssysteme ermöglichen das Ködern und Einholen selbst kapitaler Fische. Allerdings wird es Dir nicht gelingen, Deinen Köder über eine größere Entfernung auszuwerfen. Denn das Gewicht der Rolle mitsamt der Angel ist einfach zu groß. Wenn Du Deinen ersten kapitalen Fang einholst, wirst Du Dich allerdings über die Stabilität der Multirolle freuen!

Angler mit Multirolle

Angler fischt mit einer Multirolle am Bach

Wenn Du nun Deine Angelrute und die Rolle optimal auf den Zielfisch abstimmen willst, beachtest Du folgende Informationen:

  • Achte darauf, dass Deine Angelrute zu dem Gewicht der Multirolle passt. Übrigens kannst Du auch spezielle Multiruten kaufen.
  • Das Rollengewicht solltest Du passend zu der Größe Deiner Köder und Zielfische auswählen.

Wenn Du Barsch, Aland, Forellen oder Döbel angeln möchtest, empfehlen sich die 50er Rollen. Dafür verwendest Du auch leichte Köder mit nur 6 bis 15 Gramm. Des Weiteren verwendest Du 100er Rollen für das Angeln auf kleinere Hechte. Aber auch für Seeforellen und einige Barscharten verwendest Du diese Rollen und dazu Köder von 10 bis 25 Gramm. Mit 200er Rollen kannst Du es schon mit größeren Exemplaren aufnehmen. Denn sowohl Rapfen als auch größere Hechte und Seeforellen belasten Deine Rolle enorm. Übrigens darf Dein Köder dann auch 15 bis 60 Gramm schwer sein. Die großen 300er Rollen eignen sich für schwere Hechte und große Schwarzbarsche. Hierfür kannst Du ohne Weiteres Köder mit einem Gewicht von 30 bis 100 Gramm verwenden.

Wichtige Hinweise zum Kauf einer Multirolle:

  • Es gibt Multirollen für Linkshänder und Rechtshänder.
  • Die Übersetzung gibt an, wie oft sich die Spule bei einer Kurbelumdrehung dreht.
  • Wenn Du im Meer angeln willst, musst Du eine salzwasser-resistente Multirolle kaufen!
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