Dorschangeln 2026: Wo du noch darfst und wie es klappt
Dorschangeln ist in der Ostsee 2026 nicht erlaubt. Seit 2024 dürfen Freizeitangler in der westlichen Ostsee keinen Dorsch mehr entnehmen, seit 2025 gilt das Verbot auch im östlichen Teil. Gezieltes Angeln auf Dorsch ist dort untersagt, ein zufällig gefangener Fisch geht sofort zurück ins Wasser. Erlaubt bleibt das Dorschangeln in der Nordsee, im Skagerrak und Kattegat vor Dänemark sowie in Norwegen, jeweils nach den Regeln des Landes.
Aktualisiert: November 2026

Nun, für viele von uns war der Dorsch jahrzehntelang der Brotfisch schlechthin, ob auf dem Kutter vor Rügen oder abends in der Brandung von Fehmarn. Damit ist leider erst einmal Schluss. Wir klären zuerst die Rechtslage. Danach geht es um die Reviere, in denen du heute noch auf Dorsch angelst.
Die Rechtslage beim Dorsch in der Ostsee
Der Bestand im westlichen Teil liegt seit Jahren unter der Grenze, ab der Forscher von einem gefährdeten Bestand sprechen. Die EU hat deshalb erst die Fangmengen gekürzt, dann Tageslimits für Angler eingeführt und 2024 das Entnahmeverbot für die Freizeitfischerei beschlossen. Für 2026 hat der EU-Rat das Verbot mit der Verordnung (EU) 2025/2454 vom 1. Dezember 2025 verlängert.
Die Landesregierung Schleswig-Holstein fasst die Regel zum Dorsch knapp zusammen: Die Freizeitfischerei auf Dorsch ist in der Ostsee ganzjährig verboten. Das gilt auch in den Förden von Kiel bis Flensburg, also in geschützten Gewässern nah am Ufer. Ausgenommen sind nur die Schlei und die Trave, jeweils binnenseitig der Molenköpfe von Schleimünde und Travemünde. Über 2027 berät der EU-Fischereirat Ende 2026, die Regel gilt also ausdrücklich nur für dieses Jahr.
Was heißt das für dich am Strand und auf dem Kutter?
- Gezieltes Angeln: verboten. Wer vom Boot mit schweren Jigs über bekannte Dorschgründe driftet, angelt auf Dorsch, auch wenn er etwas anderes behauptet.
- Beifang: Beißt beim Plattfischangeln ein Dorsch, setzt du ihn unverzüglich und schonend zurück. Mitnehmen ist tabu, auch ein einzelner Fisch.
- Gebiet: Die ganze deutsche Küste von Flensburg bis Rügen gehört zum westlichen Bestand (ICES-Gebiete 22 bis 24). Auch der Öresund und Bornholm liegen im Verbotsgebiet.
Unsere Einschätzung: Plane 2026 keine Kuttertour mit Dorsch als Zielfisch. Auf dem Kutter lohnen sich jetzt Hering im Frühjahr und Plattfisch, darüber berichten wir im Ratgeber zum Hochseeangeln. Für Meerforelle und Plattfisch vom Ufer helfen dir die schönsten Angelspots an der Ostsee weiter.
Wo Dorschangeln weiter möglich ist
Außerhalb der Ostsee greift das EU-Verbot nicht. Dort regeln Mindestmaße und regionale Schonzeiten, was du mitnehmen darfst. Für Angler aus Deutschland sind drei Reviere interessant.

Was beim Dorsch 2026 in welchem Revier gilt.
Nordsee
In den Gewässern vor Helgoland und an den Wracks der Deutschen Bucht wird vom Kutter gepilkt, meist in 20 bis 40 Meter Wassertiefe. An der Küste ist Brandungsangeln auf Dorsch besonders ab Anfang Oktober und im Winter eine gute Wahl, am liebsten in der Dämmerung. Ob sie dein Revier ist, hängt auch vom Urlaubsort ab; unser Vergleich Angelurlaub an Ostsee oder Nordsee hilft bei der Wahl.
Dänemark: Skagerrak und Kattegat
Kattegat und Skagerrak gehören nicht zur Ostsee im Sinne der EU-Verordnung. In Dänemark brauchst du einen staatlichen Angelschein, den Fisketegn. Die aktuellen Fangregeln für Dorsch schaust du vor der Reise bei der dänischen Fischereibehörde nach.
Norwegen
Das Land ist das klassische Ziel für große Dorsche, dort heißt der Fisch Torsk. Bekannte Reviere sind die Lofoten im Winter, wenn der Skrei zum Laichen aus der Barentssee kommt.
Im Oslofjord ist der Dorsch ganzjährig geschützt, an der Küste zwischen Lindesnes und der schwedischen Grenze gilt in 14 Gebieten vom 1. Januar bis 30. April ein Schutz.
Ausführen darfst du laut der norwegischen Fischereidirektion 15 kg Fisch oder Fischprodukte, und das zweimal pro Kalenderjahr. Voraussetzung ist, dass du über ein registriertes Angelcamp angelst. Ab 1. Januar 2027 sinkt die Menge auf 10 kg.
Die Methoden im Vergleich
Grundsätzlich fängst du Dorsch vom Boot mit Pilker oder Gummifisch, vom Strand mit Naturköder. Ein Blinker lohnt sich vom Ufer nur dort, wo der Grund nah an der Küste steil abfällt, etwa an den Felsen in Fjorden. Welche Methode passt, entscheidet vor allem die Wassertiefe.
| Methode | Revier | Saison | Gerät |
|---|---|---|---|
| Pilken vom Kutter | Deutsche Bucht, Skagerrak, Norwegen | Frühjahr bis Herbst | Pilkrute bis ca. 150 g Wurfgewicht, Multi- oder Stationärrolle, Jig 60–150 g |
| Driftangeln vom Kleinboot | Fjorde, Dänemark | Frühjahr bis Herbst | Bootsrute 2,10–2,70 m, Köder 40–100 g, Beifänger |
| Gummifisch und Jiggen | Fjordkanten, Wracks | ganzjährig je nach Revier | Spinnrute bis ca. 100 g, Jigkopf 30–100 g, Gummifisch 10–18 cm |
| Brandungsangeln | Nordseeküste, Dänemark | Herbst und Winter | Brandungsrute 3,90–4,50 m, Wurfgewicht 100–250 g |
| Naturköder vom Boot | Skandinavien | ganzjährig | Bootsrute, Paternoster, Wattwurm oder Fischfetzen |
Beim Pilken sinkt der Köder zum Grund, du hebst ihn mit der Rute einen halben bis einen Meter an und lässt ihn wieder fallen. Fakt ist: Die meisten Bisse kommen in der Absinkphase. Halte die Schnur während des Absinkens leicht gespannt, sonst merkst du sie nicht.
Das Gewicht ist richtig, wenn der Köder trotz Drift fast senkrecht unter dem Boot steht. Ist die Drift stark, brauchst du mehr Gewicht. Die Dorsche stehen meist dicht am Grund, gern an Kanten. Bleiben die Bisse lange aus, wechselst du Farbe oder Tiefe. Welche Formen es gibt, zeigt unser Ratgeber zum Pilker.
Herrscht wenig Drift, fängt der Gummifisch am Jigkopf oft besser als ein schwerer Metallköder. Er hüpft in kleinen Sprüngen über den Grund. Für den Anfang reicht ein einfacher Jigkopf um 30 Gramm mit einem Gummi um 12 cm.
In der Dämmerung und nachts ziehen die Dorsche nah unter Land. Gute Bedingungen bringt auflandiger Wind mit etwas Welle.
Die Montage ist einfach: Du wirfst ein Vorfach mit ein oder zwei Haken weit hinaus und wartest auf den Biss an der Rutenspitze. Lange Ruten um 4 Meter bringen den Köder über die erste Sandbank. Plane für einen Abend am Strand drei bis vier Stunden ein. Oft beißen in der Brandung eher kleine Dorsche.

Wattwurm am Brandungshaken: der Standardköder vom Strand.
Vom Strand sind Wattwurm und Seeringelwurm die Klassiker. Den Wattwurm ziehst du mit einer Ködernadel auf, bis der Haken ganz bedeckt ist. Verwende möglichst frischen Wurm. Frischer Köder gibt mehr Duft ab und fängt deshalb besser. Auf dem Fjord funktioniert ein Fetzen Hering oder Makrele.
Ausrüstung für den Dorsch
Für das Bootsangeln muss die Ausrüstung nicht teuer sein, wohl aber robust, denn Salzwasser und der ständige Zug in der Tiefe setzen Rolle und Rute zu. Mit dieser Liste bist du für die meisten Touren gerüstet:
- Pilkrute: 2,10 bis 2,70 Meter, stark genug für den schwersten Köder in deiner Box.
- Rolle: Eine salzwasserfeste Stationärrolle der Größe 4000 bis 6000 oder eine Multirolle für große Tiefen in Norwegen. Für den Strand nimmst du eine Brandungsrolle mit großer Weitwurfspule.
- Schnur: Geflochtene Schnur, empfohlene Stärke für die Bootsrute etwa 0,15 bis 0,20 mm. Sie dehnt sich kaum, du spürst den Grund und den Biss.
- Pilker: 40 bis 150 Gramm in mehreren Farben. An Steinen und Wracks verlierst du immer einige. Dazu zwei leichte Blinker für das Ufer.
- Beifänger: Twister oder Dorschfliegen, 50 bis 80 cm über dem Hauptköder an kurzen Seitenarmen.
- Zubehör: Hakenlöser, Messer, Kühlbox, Gaff oder großer Kescher.
Wer mit dem eigenen Angelboot rausfährt, nimmt zusätzlich eine Schwimmweste mit und prüft vorher den Seewetterbericht.
Mindestmaß beim Dorsch
Die EU legt in der Verordnung (EU) 2019/1241 eine Mindestgröße für Kabeljau fest: 35 cm in der Nordsee und 30 cm im Skagerrak und Kattegat. Länder dürfen strengere Werte festsetzen, und in Norwegen gelten eigene Mindestmaße. Prüfe deshalb vor jeder Tour die Regeln des Landes, in dem du angelst.
Gemessen wird richtig von der Kopfspitze bis zum Ende der Schwanzflosse. Im Verbotsgebiet spielt die Größe 2026 keine Rolle, weil jeder Dorsch zurück muss.
Verwerten und schonen
Einen Dorsch, den du behalten darfst, betäubst du sofort. Danach blutet er über einen Kiemenschnitt aus. Dann kommt er in die Kühlbox, am besten auf Eis, und bleibt dort während der ganzen Rückfahrt. Richtig versorgt bleibt das weiße Fleisch fest.
Gefangene Fische filetierst du innerhalb weniger Stunden. Kleine Dorsche unter dem Mindestmaß setzt du sofort zurück.
Ein Fisch, der zurück muss, braucht eine schnelle Behandlung:
- Haken möglichst im Wasser lösen, mit nassen Händen.
- Einzelhaken statt Drilling verwenden, er löst sich leicht.
- Den Fisch nicht lange an der Luft halten und nicht am Kiemendeckel greifen.
Beachte: Dorsche aus großer Tiefe leiden oft unter dem Druckausgleich der Schwimmblase und überleben das Zurücksetzen schlechter. Wer nur zurücksetzen will, sucht sich deshalb flachere Stellen.
Häufige Fragen zum Dorschangeln
Darf man 2026 in der Ostsee Dorsch angeln?
Nein. Die Freizeitfischerei auf Dorsch ist in der gesamten Ostsee verboten, und zwar das ganze Jahr. Wird ein Dorsch zufällig gefangen, geht er sofort zurück.
Wo darf man noch auf Dorsch angeln?
In der Nordsee, im Skagerrak und Kattegat vor Dänemark sowie in Norwegen, jeweils nach den dortigen Regeln zu Mindestmaß, Schonzeit und Ausfuhr.
Welcher Köder ist der beste für Dorsch?
Vom Kutter der Pilker mit Beifänger oder ein Gummifisch am Jigkopf, vom Strand Wattwurm und Seeringelwurm.
Wann ist die beste Zeit zum Dorschangeln?
In der Brandung sind Herbst und Winter am besten, vor allem in der Dämmerung und in den ersten Stunden der Nacht. In Norwegen fängst du vom Frühjahr bis in den Herbst; am Anfang des Jahres gilt im Süden die Schutzzeit.
Ist Brandungsangeln an der Ostsee noch erlaubt?
Auf Plattfisch ja. Beißt ein Dorsch, muss er sofort zurück. Ob eine Montage noch dem Plattfisch gilt oder gezielt dem Dorsch, beurteilt die Behörde im Einzelfall.
Kann man vom Strand aus Dorsch angeln?
Ja, an der Nordseeküste und in Dänemark mit der Brandungsrute. An der deutschen Ostseeküste nicht mehr, dort musst du jeden Dorsch zurücksetzen.