Welsangeln: Methoden, Köder und Ausrüstung für den Waller
Welsangeln heißt: Ansitz im Dunkeln mit schwerem Gerät. Der Wels ist dämmerungs- und nachtaktiv und frisst besonders gut, wenn das Wasser über etwa 15 Grad warm ist, also grob von Mai bis Oktober. Bewährt haben sich vier Wege: der Ansitz mit Tauwurmbündel oder totem Köderfisch, die Bojenmontage mit Unterwasserpose, das Klopfen mit dem Wallerholz vom Boot und das Spinnfischen mit Gummifischen ab 15 cm. Du brauchst eine Rute mit 100 bis 300 g Wurfgewicht, eine kräftige Rolle, geflochtene Schnur ab 0,40 mm und ein abriebfestes Vorfach. Gelandet wird mit Wallerhandschuh, nicht mit dem Kescher.
Aktualisiert: November 2026

Steckbrief: Der Europäische Wels
Der Europäische Wels (Silurus glanis), von Anglern meist Waller genannt, wird länger und schwerer als jeder andere Fisch Europas, der ständig im Süßwasser lebt. Nur die Störe übertreffen ihn, sie wandern aber ins Meer. Ob Wels oder Waller, gemeint ist derselbe Fisch. Er kann über zwei Meter lang werden, die meisten Fänge liegen aber deutlich darunter. Länge und Gewicht hängen stark vom Revier ab: In warmen, nahrungsreichen Strömen wachsen die Fische schneller als in kühlen Seen. Schuppen hat er keine. Der Kopf ist breit und flach, dazu kommen sechs Barteln: zwei lange am Oberkiefer, vier kurze am Unterkiefer. Die Augen sind klein. Beute ortet er vor allem mit Barteln und Seitenlinie. Auch sein Gehör ist fein, deshalb lockt ihn das Geräusch eines Wallerholzes.
Sein natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich von der Elbe und dem Oberrhein ostwärts bis zum Kaspischen Meer. In Spanien und Italien wurde er eingesetzt, in Frankreich und den Beneluxländern wieder angesiedelt. Bei uns besiedelt er Flüsse und Seen, am liebsten stehende oder langsam fließende Abschnitte mit schlammigem Grund. Gute Bestände gibt es etwa in Donau und Elbe, dazu in vielen Baggerseen und Talsperren. Tagsüber verstecken sich Welse in tiefen Löchern oder unter Totholz. Auch unterspülte Ufer nutzen sie gern. In der Nacht ziehen sie auf Nahrungssuche in flachere Bereiche und fressen Fische aller Arten, dazu Frösche und Krebse. Gelaicht wird meist ab 17 bis 18 Grad Wassertemperatur im Frühsommer. Das Männchen bewacht danach das Gelege, bis die Brut schlüpft.
Vier Methoden im Vergleich
Grundsätzlich gibt es passive und aktive Spielarten. Vom Ufer aus sitzt du meist an, beim Angeln vom Boot kannst du beides. In der Tabelle siehst du, wo jede Variante ihre Stärke hat.
| Methode | Gewässer | Saison | Köder | Gerät |
|---|---|---|---|---|
| Klopfen mit Wallerholz vom Boot | Strom, Stausee, Rinnen | Juni bis September | Tauwurmbündel, Kalmar, Gummifisch an der Vertikalmontage | kurze Rute 1,80–2,10 m, Multirolle, Geflecht 0,40–0,60 mm |
| Bojenmontage / Unterwasserpose | Strom (abgespannt), See | Mai bis Oktober, ab Dämmerung | Tauwurmbündel, toter Weißfisch | Rute 2,70–3,00 m, Stationärrolle 8000er, Geflecht ab 0,50 mm |
| Ansitz auf Grund | See, Kanal, Altarm | Mai bis Oktober, abends | Tauwurmbündel, Fischfetzen | Rute 2,70–3,30 m, 100–300 g Wurfgewicht, Laufblei 100–200 g |
| Spinnfischen | Buhnenfelder, Kanten, Wehre | Juni bis Oktober, auch tagsüber | Gummifisch 15–25 cm, Wobbler | Spinnrute 2,40–2,70 m, 50–200 g Wurfgewicht |
Klopfen mit dem Wallerholz
Das Wallerholz erzeugt beim Eintauchen ein dumpfes, glucksendes Geräusch. Welse hören es von weit her und steigen auf. Du lässt dich über einer Rinne treiben, der Köder hängt einige Meter unter dir. Geklopft wird in Serien mit zwei bis drei Sekunden Pause, nicht wild drauflos. Ein Echolot zeigt dir die Kanten und manchmal sogar den Fisch. Worauf es beim Kauf ankommt, steht in unserem Ratgeber zum Angelboot.
Bojenmontage und Unterwasserpose
Bei der Unterwasserpose hält ein kleiner Auftriebskörper den Köder ein bis zwei Meter über dem Grund. Am Fluss spannen Welsangler die Montage über eine Boje oder einen Ast ab, damit der Köder an einer Stelle in der Strömung steht. Für Anfänger ist das unsere erste Empfehlung: Der Köder schwebt über Hängern und Muschelbänken und bleibt für den Fisch sichtbar.
Ansitz mit Tauwurmbündel oder Köderfisch
Am einfachsten und sehr beliebt ist der Grundansitz mit Laufblei. Ein Bündel aus 15 bis 20 Tauwürmern auf einem Einzelhaken der Größe 4/0 bis 8/0 fängt fast überall. Woher du große Würmer bekommst und wie du sie frisch hältst, erklären wir bei den Tauwürmern. Die zweite Wahl sind tote Köderfische von 20 bis 30 cm, etwa Brassen. Lebende Fische als Köder sind in Deutschland verboten.
Spinnfischen auf Wels
Das aktive Angeln mit Gummifischen von 15 bis 25 cm fängt vor allem im Sommer an Buhnenköpfen und Wehrabläufen, wo Welse Weißfischen nachstellen. Der Köder wird langsam nahe Grund geführt, und hier kannst du auch tagsüber erfolgreich sein. Nun, das ist sportlich. Für die erste Saison raten wir trotzdem ab, weil du im Drill mit der Spinnrute wenig Reserven hast. Alle Techniken für Hecht und Zander findest du im Ratgeber Raubfischangeln.
Wann beißt der Wels am besten?
Der Wels ist wechselwarm. Von November bis März frisst er kaum, unter 4 bis 7 Grad stellt er die Nahrungsaufnahme ganz ein. Ab rund 15 Grad wird er aktiv, richtig gut läuft es meist zwischen 18 und 24 Grad. Die stärksten Monate sind Juni bis September.
- Tageszeit: Die meisten Bisse kommen in der Dämmerung und in den ersten Stunden der Nacht. Kurz vor Sonnenaufgang gibt es oft eine zweite Phase.
- Wetter: Viele Welsangler schwören auf schwüle Tage vor einem Gewitter, wenn der Luftdruck fällt. Steigender Wasserstand nach Regen bringt den Fisch ebenfalls in Bewegung.
- Laichzeit: Rund um die Laichzeit im Frühsommer beißen die Fische häufig schlechter, im Hochsommer fressen sie dann umso mehr.
Wichtig: Sobald das Gewitter da ist, gehören die Ruten weg und du ins Auto. Eine Carbonrute von drei Metern ist ein Blitzableiter.

Der Waller auf einen Blick: vier Techniken, die passende Wassertemperatur und die besten Beißzeiten.
Welche Ausrüstung brauchst du?
Am Gerät solltest du nicht sparen. Ein Fisch von 30 kg zieht anders als ein Karpfen. Billiges Gerät bricht genau dann, wenn es darauf ankommt. Diese Grundausstattung hat sich bei uns bewährt:
- Rute: Eine spezielle Welsrute mit 2,70 bis 3,00 m und 100 bis 300 g Wurfgewicht für den Ansitz, eine kurze Rute um 2 m fürs Klopfen.
- Rolle: Eine Stationärrolle ab Größe 8000 mit kräftiger Bremse. Vom Boot verwenden viele lieber eine Multirolle, weil sie mehr Zugkraft und eine fein dosierbare Bremse hat.
- Schnur: Geflochtene Schnur von 0,40 bis 0,60 mm mit 40 bis 60 kg Tragkraft. Monofile Schnur dehnt sich zu stark, du spürst den Biss später und setzt den Haken schlechter.
- Vorfach: 80 bis 100 cm spezielles, abriebfestes Wallervorfach aus dickem Geflecht oder Mono ab 0,80 mm. Die vielen kleinen Bürstenzähne des Welses raspeln dünne Schnur durch.
- Haken: Einzelhaken 4/0 bis 8/0, bei dicken Ködern zusätzlich ein Drilling.
- Wallerhandschuh: Ein Kescher für Fische über 1,50 m wäre unhandlich, gelandet wird per Hand.
- Abhakmatte: groß und gut gepolstert, damit der Fisch beim Abhaken nicht verletzt wird.
Dazu kommen stabile Rutenhalter und eine Stirnlampe mit Rotlicht. Eine kräftige Lösezange und Wirbel mit hoher Tragkraft gehören ebenfalls in die Tasche.
Landen und schonend zurücksetzen
Ist der Wels müde, ziehst du ihn längsseits heran. Wichtig ist jetzt Ruhe, denn ein Waller schlägt kurz vor der Landung oft noch einmal schnell mit dem Kopf. Mit dem Handschuh greifst du in den Unterkiefer, der Daumen liegt innen im Maul, die Finger außen unter dem Kinn. Fass nie in die Kiemen. Schwere Fische hebst du mit zweiter Hand unter dem Bauch an und legst sie auf die nasse Matte.
Soll der Fisch zurück, bleibt er so kurz wie möglich an Land. Halte ihn im Wasser in Schwimmlage, bis er sich selbst aus der Hand zieht. Entnimmst du ihn, wird er sofort betäubt und mit Herzstich oder Kiemenschnitt getötet. Welse bis etwa einen Meter liefern festes, grätenarmes weißes Fleisch, das sich gut räuchern oder braten lässt. Ältere Fische sind fetter und für die Küche meist weniger geeignet.

Zurücksetzen im Wasser: Der Wels wird in Schwimmlage gehalten, bis er von selbst abschwimmt.
Schonzeiten beim Wels und Regeln am Gewässer
Das Fischereirecht ist in Deutschland Ländersache, bei Welsen sind die Unterschiede groß. In vielen Bundesländern hat er weder Schonzeit noch Mindestmaß. In Bayern etwa führt die Anlage zur Bayerischen Fischereiverordnung den Wels unter den Fischen ohne Schonbestimmungen. Andere Länder setzen ein Mindestmaß oder eine Schonzeit fest, und Vereine dürfen strengere Regeln aufstellen. Welche Werte für dein Gewässer gelten, steht in der Fischereiverordnung deines Landes. Erlaubnisschein und Gewässerordnung können noch strenger sein.
Erst lesen, dann fischen gilt auch auf dem Wasser. Ob du vom Kahn aus angeln, schleppen oder einen Motor nutzen darfst, ist überall anders geregelt. An vielen Seen ist Schleppangeln verboten, anderswo das Ankern in der Fahrrinne. Ob und wie lange du nachts angeln darfst, steht ebenfalls im Erlaubnisschein.
Sicherheit am Wasser
Du fischst meist im Dunkeln, oft am Strom und mit schwerem Gerät. Geh deshalb nach Möglichkeit nicht allein. Im Boot trägst du immer eine Rettungsweste, auch bei ruhigem Wasser. Mach dir vor dem Ansitz bei Tageslicht ein Bild von der Uferkante, von Steinpackungen und rutschigen Stellen. Leg Messer und Seitenschneider griffbereit, falls sich Schnur um Hand oder Bein wickelt. Zieht ein Gewitter auf, packst du ein, bevor es blitzt. Was du für lange Ansitze im Dunkeln sonst noch brauchst, steht in unserem Ratgeber zum Nachtangeln.
Häufige Fragen zum Welsangeln
Welches sind die besten Köder für Anfänger?
Das Tauwurmbündel. Es fängt in fast jedem Gewässer und ist einfach zu montieren. Hechte nehmen es seltener als einen Fischköder, das schont dein Vorfach.
Kann man vom Ufer auf Wels angeln?
Ja. Die meisten Angler fangen ihre Welse von Land aus, in der Strömung mit abgespannter Unterwasserpose, im See mit dem Grundansitz an Kanten und vor Seerosenfeldern.
Muss ich vom Boot aus angeln?
Nein. Mit einem Kahn hast du mehr Möglichkeiten, vor allem fürs Klopfen und zum Ausbringen von Montagen. Für den Einstieg reicht ein guter Platz an Land.
Beißen Welse auch im Winter?
Selten. Im kalten Wasser liegen Welse in tiefen Löchern und fressen kaum. Gezielt lohnt sich der Ansitz erst wieder, wenn das Wasser im Frühjahr wärmer wird.
Wie lange dauert der Drill eines kapitalen Fisches?
Je nach Gewicht und Strömung einige Minuten bis über eine halbe Stunde. Halte die Bremse fest genug, damit der Fisch nicht ins Totholz kommt, aber locker genug, dass nichts reißt.