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Friedfischangeln: Zielfische, Methoden und Futter im Überblick

Friedfischangeln heißt: feines Gerät, Haken der Größen 10 bis 18 und Naturköder wie Made oder Mais. Damit fängst du Rotauge, Brasse, Rotfeder, Schleie und ihre Verwandten. Gefischt wird per Stippe, Pose, Feeder oder klassisch auf Grund. Entscheidend ist das Anfüttern: Eine gut gemischte Lockmischung holt die Fische an deinen Platz. Am besten beißt es früh morgens und am Abend, vor allem von Mai bis Oktober.

Aktualisiert: November 2026

Angler stippt mit einer langen Kopfrute an einem stillen See im Morgennebel

Friedfische suchen ihre Nahrung überwiegend am Gewässergrund, vor allem Zuckmückenlarven, Schnecken und Pflanzenteile. Raubfische jagen andere Fische. Kunstköder bleiben deshalb meist in der Box. Gefangen wird über den Futterplatz. Schauen wir uns an, wie du vorgehst, vom Zielfisch über die Methode bis zum Anfüttern.

Schritt 1: Welcher Zielfisch soll es sein?

Grundsätzlich legst du am besten fest, worauf du angeln willst, bevor du ans Wasser gehst. Das Rotauge ist der häufigste Friedfisch in deutschen Gewässern und beißt fast das ganze Jahr. Brassen ziehen in Trupps über den Boden und vertilgen dabei viel Futter, besonders in der Dämmerung. Die Schleie beißt vor allem in den warmen Monaten. Warmes Wasser über Kraut und weichem Schlamm ist ihr Revier, in Sommernächten bleiben Schleien oft bis in den Morgen aktiv. Die Rotfeder erkennst du leicht an den kräftig roten Flossen und dem nach oben gerichteten Maul: Sie frisst gern dicht unter der Oberfläche.

Zielfisch Gewässer Köder Methode Beste Zeit
Rotauge See, Kanal, Fluss Made, Caster, Brotflocke Stippen, Pose, Futterkorb ganzjährig, stark im Herbst und Winter
Rotfeder flache, krautige Seen und Teiche Brotflocke, Teig, Caster Stippen knapp unter der Oberfläche Sommer, warme Tage
Brasse weite Seen, Kanäle, Fließgewässer Wurm, Madenbündel, Mais Futterkorb, Grundangeln Mai bis Oktober, abends
Schleie krautige Seen und Teiche mit Schlamm Rotwurm, Mais, Made Pose am Grund, Method-Feeder Juni bis August, früh morgens
Karausche kleine, verkrautete Teiche Teig, Wurm, Brot Pose, Stippen Sommer
Karpfen Seen, Teiche, Fließgewässer Boilie, Pellet, Partikel Method Feeder, Grundangeln Frühjahr bis Herbst
Döbel, Aland Flüsse und Bäche Brot, Käse, Kirsche Bologneser Pose, Grundangeln ganzjährig

Die Karausche ist in vielen Regionen selten geworden. Fängst du eine, setz sie lieber zurück. Karpfen beißen oft nebenbei, besonders am Method Feeder. Wer gezielt auf dicke Karpfen fischen will, braucht anderes Gerät. Dazu findest du alles in unserem Leitfaden zum Karpfenangeln.

Schritt 2: Die passende Methode wählen

Mit vier Methoden bist du fast überall gerüstet, in stehenden ebenso wie in langsam fließenden Gewässern. Den größten Unterschied macht die Distanz: Wie weit liegt der Futterplatz entfernt, und wie stark zieht die Strömung?

Stippen mit Kopfrute oder Stipprute

Gestippt wird ohne Rolle, direkt vor deinen Füßen. Die Kopfrute ist eine lange Steckrute, die du je nach Platz auf 8 bis 13 m ausbaust. Die Schnur misst nur ein paar Meter, zum Landen steckst du die Rute ab. Mit der Stipprute geht es einfacher: Die Teleskoprute hat meist 4 bis 8 m, die Schnur sitzt fest an der Spitze. Die Pose macht jeden Biss sichtbar, auch ein zaghaftes Zupfen. Für Plötzen und Rotfedern am Ufer ist das die feinste Methode.

Posenangeln mit Waggler oder Bologneser

Steht der Fisch weiter draußen, brauchst du eine Rolle. Der Waggler ist eine Pose, die nur unten an der Schnur hängt. Du wirfst ihn mit einer Matchrute von 3,90 bis 4,50 m auf 20 bis 40 Meter hinaus. Das passt am stillen See. In der Strömung lässt du die Pose dagegen treiben. Dafür nimmst du eine Bologneserute mit meist 5 bis 8 m und führst den Köder kontrolliert mit.

Feederangeln: Grundangeln mit Futterkorb

Beim Feederangeln liegt der Köder auf dem Grund. Pro Wurf bringt der Korb eine neue Portion an dieselbe Stelle. Den Biss zeigt dir die feine Spitze der Feederrute, die sogenannte Zitterspitze. Feederruten gibt es meist zwischen 3,30 und 4,20 m, und eine Feederrolle der 3000er- bis 4000er-Klasse mit Schnurclip sorgt dafür, dass du immer gleich weit wirfst und jeder Korb gezielt am selben Punkt landet. Große Brassen stehen oft weiter draußen in größerer Tiefe, dort spielt der Futterkorb seine Stärke aus. Der Method Feeder ist eine Sonderform: Das Futter wird um einen flachen Korb gepresst und liegt direkt am Haken. Das Vorfach misst nur rund 10 Zentimeter. Als Hakenköder wird meist ein Pellet oder ein Maiskorn verwendet, und der Fisch hakt sich oft selbst.

Feederrute mit gebogener Zitterspitze am Flussufer, davor Futterkorb, Futterballen und eine Dose Maden

Am Feeder zeigt die Zitterspitze den Biss, der Korb bringt das Futter an den Platz.

Grundangeln

Am einfachsten ist das klassische Grundangeln. Du brauchst ein Laufblei, einen Wirbel und ein Vorfach von 30 bis 50 Zentimetern. Als Bissanzeiger reicht ein Glöckchen an der Rutenspitze oder ein Schwingbissanzeiger. Wichtig ist ein fester Boden, denn im weichen Schlamm versinkt der Köder. Nun, für Brassen auf mittlere Distanz reicht das völlig. Kein Hexenwerk, auch Anfänger kommen damit schnell zurecht.

Schritt 3: Richtig anfüttern

Fakt ist: Ohne Anfüttern bleibt der Kescher oft leer. Das Lockfutter holt die Fische heran, und regelmäßiges Nachlegen hält den Schwarm am Platz. Fertigmischungen aus dem Angelladen sind ein guter Start, viele Angler strecken sie aber mit Paniermehl oder Maismehl, weil das bei größeren Futtermengen spürbar Geld spart.

Infografik in vier Schritten: Futter mischen, anfeuchten, ziehen lassen und je nach Gewässer locker oder fest formen

So mischst du das Futter: im See locker, im Fluss fest gepresst.

So mischst du dein Futter:

  1. Die trockene Mischung in eine flache Schüssel geben und gut durchmischen.
  2. Wasser in mehreren Etappen zugeben und mit den Händen unterarbeiten.
  3. Das Futter 10 bis 15 Minuten ziehen lassen, dann noch einmal nachfeuchten.
  4. Durch ein Sieb drücken, damit keine Klumpen bleiben.

Die Konsistenz hängt vom Angelplatz ab. Im See sollten die Ballen locker sein und am Grund schnell zerfallen. Bei starker Strömung muss jeder Ballen fest gepresst sein, sonst ist das Futter weg, bevor es unten ankommt. Mehr Bindung bekommst du mit etwas Lehm oder Erde. Bei der Menge gilt: Brassen fressen viel. Die Ballen für sie sollten etwa so groß wie eine Orange sein, und zu Beginn darf es ein Dutzend sein. Für Plötzen reichen walnussgroße Ballen, dafür fütterst du regelmäßig sparsam nach. Füttere gezielt auf einen Punkt und leg nur nach, wenn Fische am Platz sind. Lieber mehrmals pro Stunde eine kleine Portion als einmal eine große Ladung. In der kalten Jahreszeit nimmst du deutlich weniger und eher dunkles Futter. Beachte außerdem, dass manche Vereine das Anfüttern beschränken. Ein Blick in die Gewässerordnung lohnt sich.

Schritt 4: Den richtigen Köder anbieten

Viele Angler schwören zu Recht auf die Made, sie ist der Allrounder unter den Ködern. Eine bis drei Stück am 14er bis 18er Haken bringen das ganze Jahr Bisse. Rotwurm und Mistwurm mag vor allem die Schleie. Dosenmais kostet wenig und sortiert kleine Weißfische aus. Brassen und Karpfen nehmen ihn gern. Brotflocke schwebt langsam ab und reizt Rotfedern und Döbel. Teig bleibt gut sitzen und lässt sich mit Vanille oder Honig würzen. Wie du Würmer und Maden lagerst und anködest, zeigen wir dir ausführlich auf unserer Seite über Naturköder. Pellets und Boilies für Karpfen haben wir bei den Karpfenködern zusammengestellt.

Unsere Erfahrung hat gezeigt: Ein Köderwechsel bringt oft mehr als ein Platzwechsel. Beißen nur Winzlinge, probier es mit Mais oder einem Wurm. Die bleiben dann eher weg.

Ausrüstung kompakt

Viel brauchst du am Anfang nicht. Rute und Rolle wählst du nach der Methode: eine Stipprute für das Ufer, eine Feederrute oder Matchrute für die Distanz. Verwendet wird meist monofile Schnur mit 0,16 bis 0,20 Millimetern.

  • Haken Nummer 10 bis 18 und ein feines Vorfach
  • Posen mit 1 bis 4 Gramm Tragkraft, dazu Bleischrot
  • Futterkörbe mit rund 20 bis 40 Gramm für den Feeder
  • Lotblei zum Ausloten der Wassertiefe, denn die passende Tiefe entscheidet oft über den Fang
  • Unterfangkescher, Hakenlöser und eine Matte

Die Hakengröße sollte zum Köder passen: Für einen Caster reicht ein 16er, für drei Maiskörner nimmst du einen 10er.

Friedfischangeln im Jahreslauf

Über das Jahr verändert sich das Verhalten der Fische deutlich. Flaches Wasser wird im Frühjahr zuerst warm, und genau dort stehen die ersten aktiven Fische. Im Mai und Juni laichen viele Arten, in dieser Zeit beißen sie oft schlecht. Wichtig ist im Sommer die Tageszeit: Die frühen Morgenstunden und der späte Abend sind am besten. Bei windstillem, heißem Wetter wird es mittags meist ruhig. Der Herbst ist eine starke Zeit: Brassen sind aktiv, fressen sich Reserven an und stehen dicht in Schwärmen. Im Winter ziehen die Fische in die tiefen Bereiche. Rotaugen und Döbel beißen dann weiter, wenn du sparsam fütterst und kleine Köder anbietest. Häfen und Kanäle bleiben oft etwas wärmer, dort fressen die Fische länger.

Auch das Wetter zählt. Bei stabilem Wetter und leichtem Wind laufen die Bisse meist besser als nach einem Wettersturz. Fällt die Temperatur plötzlich, werden die Fische vorsichtig. Nach heißen Tagen bringt bedecktes Wetter dagegen oft gute Bisse, gerade auf Schleien.

Setzkescher: Was erlaubt ist

Ob du gefangene Fische im Setzkescher hältern darfst, regelt jedes Bundesland selbst. In Bayern etwa schreibt § 20 der Verordnung zur Ausführung des Bayerischen Fischereigesetzes vor, das Hältern auf die geringstmögliche Dauer zu beschränken. Erlaubt sind dort nur geräumige Setzkescher aus knotenfreiem Gewebe, und gehälterte Fische dürfen nicht ins Fanggewässer zurückgesetzt werden. In Gewässern mit Schiffsverkehr ist der Setzkescher nur erlaubt, wenn keine Schädigung der Fische zu erwarten ist. Andere Länder und viele Vereine regeln das anders oder strenger. Prüfe deshalb vor dem Angeln das Landesrecht und deine Gewässerordnung.

Häufige Fragen zum Friedfischangeln

Welche Fische zählen zu den Friedfischen?

Zu den Friedfischen gehören vor allem Karpfenartige wie Rotauge, Rotfeder, Brasse, Güster, Schleie, Karausche und Karpfen. Döbel und Aland fressen zwar auch Fischbrut, werden aber meist mit Friedfischmethoden gefangen.

Was ist der Unterschied zwischen Stippen und Feederangeln?

Stippen heißt: Pose, kurze Distanz, oft ohne Rolle. Feedern bedeutet, einen Futterkorb weiter hinauszuwerfen. Den Biss erkennst du dann an der Rutenspitze.

Welcher Köder ist der beste für Friedfische?

Die Made fängt fast alle Friedfische. Für Karpfen und Schleie sind Wurm und Mais oft besser, ebenso für die Brasse.

Kann man im Winter auf Friedfische angeln?

Ja. Plötze und Döbel bleiben auch bei kaltem Wasser aktiv. Füttere sparsam, biete kleine Köder an und such dir tiefere, ruhige Bereiche.

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